100 Jahre Fahrende Gesellen


Am Falkenberg in der Fischbeker Heide versammelten sich am 18. Juli 1909 junge Kaufleute und Lehrlinge, um einen eigenen Wanderbund zu gründen, der wie der Wandervogel das Erlebnis von Natur und Heimat suchte und schnell einer der größten Jugendbünde in Deutschland wurde. 1933 kamen die Fahrenden Gesellen durch Selbstauflösung einem Verbot durch die Nazi-Regierung oder einer Eingliederung in die HJ zuvor. Ende der 1940er Jahre gründete sich der Wanderbund neu. Die Beschränkung auf junge Kaufleute wurde aufgegeben, so dass sich nun Schüler, Lehrlinge aller Berufe, Studenten und zudem Ehemalige als Altgesellen zusammenfanden. In der Zeit zwischen 1950 und 1960 blühte der Bund besonders im Hamburger Raum, in Schwaben und in Berlin auf. Die Norddeutschen stellten Sieger bei den Hamburger Singewettstreits und luden regelmäßig zum Herbstfest der Bünde nach Marxen in die Nordheide ein. Der Lebensbund existiert auch heute noch, wenn auch nicht mehr so mitgliederstark. Er pflegt intensive Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mädchenwanderbund und unterhält eine einfache Wandererherberge in der Lüneburger Heide. Das Hauptfest zum hundertjährigen Bestehen wurde schon Anfang Mai auf der Jugendburg Ludwigstein an der Werra mit über 200 Teilnehmern gefeiert. Am Sonnabend, dem 18. Juli 2009, fanden sich Mitglieder aus dem Raum Kiel-Hamburg-Bremerhaven trotz des morgendlichen Regens zu einer Wanderung zum Falkenberg zusammen, um dort noch einmal des Ereignisses vor 100 Jahren zu gedenken.